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Präqualifizierung

Präqualifikation für Unternehmen

Mit einer Präqualifizierung können potenzielle Lieferanten (Bieter) unabhängig von einer konkreten Ausschreibung ihre Fachkunde und Leistungsfähigkeit im Sinne der Vergabe- und Vertragsordnungen vorab nachweisen. Unternehmen ersparen sich mit der Präqualifizierung, regelmäßig in Vergabeverfahren verlangte Einzelnachweise (zum Beispiel Umsatzerklärungen, Eintragung im Berufs- und Handelsregister oder Strafregisterauszug) jedes Mal neu vorlegen zu müssen, da öffentliche Auftraggeber die von Präqualifizierungsstellen hinterlegten Sammelbescheinigungen (Präqualifikation) anstelle der Einzelnachweise anerkennen können.

Vorteile für Unternehmen:

  • Vermeidung formeller Vergabeausschlüsse, wie z. B. beim fehlerhaften Einreichen von Vergabeunterlagen 
    (veraltete, falsche oder von der Vergabestelle geforderte, jedoch vergessene Unterlagen)
  • Einzelnachweise bei jedem neuen öffentlichen Verfahren entfallen.
  • Der Arbeitsaufwand wird reduziert, da die Präqualifikation bei allen Aufträgen gilt. Der Kostenaufwand entsteht 
    grundsätzlich nur einmal.
  • Durch die Präqualifikation werden die Seriosität und Leistungsfähigkeit des Unternehmens bestätigt.


Vorteile für Vergabestellen:

  • Die Eignungsnachweise sind in bei den Präqualifizierungsstellen stets aktuell. Eignungsprüfungen von 
    Unternehmen für Vergabeverfahren sind einfacher und schneller durchzuführen.
  • Durch die Verwendung eines zentralen Dienstes wird die Rechtssicherheit gegenüber der Erbringung
    vielfältiger Einzelnachweise verbessert.


Die Präqualifizierung für Unternehmen wird im Bereich der VOB und VOL unterschiedlich gehandhabt:

1. Bauleistungen (VOB)

Im Bereich VOB können sich Bauunternehmen in der zentralen Online-Präqualifikations- und Auskunftsdatenbank für die Präqualifikation (PQ-VOB) registrieren lassen. Es stehen hierfür insgesamt fünf zugelassene Präqualifikationsstellen zur Verfügung, die die belegte Eignung eines Unternehmens hinsichtlich Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit erfassen.

Die Verbindlichkeit, dass alle öffentlichen Auftraggeber als Eignungsnachweis der Unternehmen den Eintrag in PQ-VOB anerkennen, ist in der VOB/A verankert.

Links:
Verein zur Präqualifikation von Bauunternehmen e.V.
Informationen des BMUB zur Präqualifikation
Suche nach präqualifizierten Unternehmen (VOB)

2. Liefer- und Dienstleistungen (VOL und VOF)

Im Bereich VOL fungieren die Industrie- und Handelskammern sowie die von ihnen beauftragten Auftragsberatungsstellen als Präqualifizierungsstellen, bei denen Unternehmen Ihre Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Gesetzestreue und Zuverlässigkeit geeignet nachweisen können. Erfolgreich geprüfte Unternehmen erhalten ein Zertifikat und werden in der bundesweiten Datenbank PQ-VOL geführt.

Es besteht keine generelle gesetzliche Verpflichtung zur Anerkennung dieser Zertifikate durch die jeweilige Vergabestelle, auch wenn das BMWI und der Bundesrechnungshof im VOL/A-Bereich die verstärkte Nutzung von Präqualifikationssystemen zur Eignungsfeststellung von Bietern empfiehlt. Inwiefern ein Zertifikat aus der Präqualifizierung anstelle von Einzelnachweisen anerkannt wird, ist der jeweiligen Bekanntmachung bzw. den Vergabeunterlagen zu entnehmen oder mit der zuständigen Vergabestelle im Vorfeld zu klären.

Unter anderem akzeptiert das Beschaffungsamt des BMI im Bereich seiner VOL- und VOF-Vergaben die von den Industrie- und Handelskammern sowie den Auftragsberatungsstellen ausgestellten Zertifikate über die Aufnahme in die Präqualifizierungsdatenbank (PQ-VOL).

Links:
Auftragsberatungsstellen Deutschland
Suche nach präqualifizierten Unternehmen (VOL)